Dr. med.
Vincenzo Bluni

Arzt für Frauenheilkunde
und Geburtshilfe

Marktstr. 5
58256 Ennepetal
Tel: 02333 71811
Fax: 02333 974241
--[Praxisleistungen]--
[schwangerschaft]
[kinderwunsch]
[verhütung]
[verhütung neue methoden]
[wechseljahre]
[früherkennung]
[igel-leistungen]
[interaktives]
[linkliste]
[english]
[news]
[newsarchive]
[impressum]
[datenschutz]


Praxisprofil | Lage | Sprechzeiten | Termine | Rezepte | Kontakt | Sitemap

Individuelle Gesundheitsleistungen - IGEL - Schwangerschaft


Gestationsdiabetes- (Schwangerschaftsdiabetes) Suchtest

Als Gestationsdiabetes wird jede, während der Schwangerschaft erkannte Störung des Kohlenhydratstoffwechsels bezeichnet. Er tritt in unterschiedlicher Ausprägung (1-5% aller Schwangerschaften) auf, ist also etwa 15 bis 25 mal häufiger als der bereits vor der Schwangerschaft bestehende Diabetes mellitus und bringt hohe mütterliche wie auch kindliche Risiken mit sich. Besonders unglücklich ist, dass die Glukosetoleranzstörung häufig nicht diagnostiziert wird, weil ein Glukosetoleranztest in Deutschland nicht Bestandteil der Mutterschaftsvorsorge ist.

Als mütterliche Komplikationen treten am häufigsten Harnwegsinfekte, Infektionen im Bereich der Scheide und Blutdruckprobleme auf. Die größte Gefahr eines unerkannten oder schlecht eingestellten Gestationsdiabetes liegt jedoch in den sehr häufigen schwerwiegenden Komplikationen beim Kind. Deshalb kommt der Frühdiagnose und der entsprechenden Therapie eine ganz besonders große Bedeutung zu.

Werden nur Schwangere mit Risikohinweisen einem Diabetessuchtest unterzogen, entgehen 30-40% der Gestationsdiabetikerinnen einer Diagnose!

Außerdem ist bekannt, dass 75% der Frauen mit einem insulinbedürftigem Gestationsdiabetes im späteren Leben eine Typ-II-Diabetes entwickeln. Die Schwangerschaft als außergewöhnliche Stoffwechselsituation bzw. Belastung ermöglicht somit gleichzeitig ein frühzeitiges Erkennen von Frauen mit einem Diabetesrisiko im späteren Leben.

Bei besonders gefährdeten Schwangeren soll der Suchtest bereits in den ersten 3 Monaten erfolgen und bei negativem Befund in der 24. bis 28. SSW sowie in der 32. bis 34. SSW wiederholt werden.

Kriterien für ein frühes Screening sind: Alter über 30 Jahre, erhebliches Übergewicht, diabetisch belastete Verwandte 1. Grades, geburtshilflich belastete Anamnese.

Als Suchtest wird eine einmalige Bestimmung der Blutglukose 60 min nach oraler Verabreichung von 50g Glukose, gelöst in 200 ml Wasser, empfohlen. Tageszeit oder vorausgegangene Mahlzeit spielen keine Rolle. Die Blutentnahme erfolgt nach 60 Minuten. Liegt die Glukose-Konzentration im kapillären Blut über 140 mg%, so besteht der Verdacht auf ein Gestationsdiabetes. Bei positiven Ergebnis des Suchtestes erfolgt eine weitergehende Diagnostik durch einen Glukosebelastungstest.

Nach einem positiven Screening wird möglichst bald bei unveränderter Ernährung die orale Glukosebelastung durchgeführt. Morgens nüchtern, nach der ersten Blutglukoseentnahme werden 75 g Glukose gelöst in 300 ml Wasser in 10 min getrunken. Weitere Blutentnahmen erfolgen nach 60 und 120 Minuten.

Die Diagnose Gestationsdiabetes wird gestellt, wenn zwei oder drei Glukosewerte folgende Grenzen überschreiten:
nüchtern:
nach 60 Minuten:
nach 120 Minuten:
90 mg% (5,0 mmol/l)
190 mg% (10,6 mmol/l)
160 mg% (8,8 mmol/l)
Bereits wenn nur ein Wert erhöht ist, sollte der Test nach spätestens 2 Wochen wiederholt werden.

Der Gestationsdiabetes bildet sich nach der Schwangerschaft meistens (aber nicht immer) wieder zurück. Bei normalen Glukosewerten nach der Entbindung sollte der Glukosetoleranztest erst 6 Wochen nach dem Entbindungstermin bzw. nach der Stillperiode erfolgen. Auch nach vollständiger Normalisierung der Glukosetoleranz besteht ein hohes Risiko für eine spätere Erkrankung an Diabestes mellitus. Deswegen sind jährliche Blutzuckerkontrollen zu empfehlen. Vorbeugend wichtig ist die Vermeidung bzw. die Behandlung von Übergewicht.



Weiterempfehlen:
  • Print
  • Facebook
  • TwitThis
  • Digg
  • del.icio.us
  • MisterWong
  • StumbleUpon
  • Y!GG


© 2010 Frauenarztpraxis - Dr. med Vincenzo Bluni